FAQs - Häufige Fragen

 

Wird mein Baby durch's Tragen nicht zu sehr verwöhnt?

Nein! Körperkontakt ist ein kindliches Grundbedürfnis, vergleichbar mit Nahrung und Schlaf. Die Erfüllung der Grundbedürfnisse stellt aus psychologischer Sicht kein Verwöhnen dar.

 

 

Kann man beim Tragen etwas falsch machen und dem Baby damit schaden?

Achten Sie auf folgende Grundregeln:

  • Anhock-Spreiz-Haltung der Beinchen: mäßige Spreizung mit max. 90° Grad von Schenkel zu Schenkel und hohe Anhockung von etwa 110° (Knie auf kindl. Nabelhöhe, Gesäß ist der tiefste Punkt)
  • straff binden - damit wird das Kind (Rücken, Nacken, Kopf) optimal gestützt, trotzdem darauf achten, dass der Rücken nicht platt gedrückt wird
  • Tragen Sie Ihr Kind mit einer Bauchtrage niemals mit dem Gesicht nach vorne in Laufrichtung. Eine anatomisch korrekte Haltung wird dadurch unmöglich. Sie sollten Ihr Baby immer so einbinden, dass Kopf und Körper Ihnen zugewandt sind. Wenn Ihr Baby neugierig wird und mehr von seiner Umwelt sehen möchte, so können Sie es auf der Hüfte oder am Rücken tragen.

WICHTIG!

  • Achten Sie auf gute Luftzirkulation!
  • Vergewissern Sie sich, dass ihr Baby nicht herausfallen kann!

 

 

Warum ist die Anhock-Spreiz-Haltung so wichtig für das Baby?

Diese Haltung unterstützt die optimale Stellung der Hüftgelenke. Der Oberschenkelkopf liegt dabei mittig in der Hüftpfanne, was die natürliche Haltung des Neugeborenen begünstigt. Dabei ist der Rücken leicht gerundet und die Hüftgelenke sind nach vorne orientiert. Da Becken und Wirbelsäule miteinander verbunden sind, bedingen die richtige Beinhaltung (Anhock-Spreiz-Haltung) und ein runder Rücken einander. Ohne das Eine funktioniert das Andere nicht. Hängen die Beine hinab, so wird das Kind in ein unphysiologisches Hohlkreuz gezwungen. Darüber hinaus wird durch Bewegungsreize beim Tragen und damit verbundene wechselnde Druckverhältnisse in der Hüftpfanne die Nachreifung der kindlichen Hüftgelenke optimal unterstützt.

 

 

Kann das Baby im Tragetuch überhaupt atmen?

Eine Studie von Stening et al., 1999, befasst sich mit dem Thema Sauerstoffsättigung während des Tragens. Die Wissenschaftler kamen zu dem Schluss, dass die Sauerstoffsättigung (bei kardio-respiratorisch unauffälligen Kindern) unbedenklich ist. Mehr Details dazu hier: Beobachtung der Vitalparameter früh- und reifgeborener Kinder während des Tragens in Tragehilfen.

Dennoch sind Sie als Eltern dafür verantwortlich, dass Ihr Kind ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Achten Sie daher auf genügend Luftzirkulation, ziehen Sie bspw. eine Tragejacke nicht über den Kopf Ihres Kindes, so wie Sie Ihrem Kind auch keine Decke über den Kopf ziehen würden. Desweiteren achten Sie bitte auf straffes Binden. Ein gut gestütztes Kind kann leichter atmen, als ein "zusammengesunkenes" Kind.

 

 

Wie weiß ich, ob das Tuch fest genug gebunden ist?

Das Tuch ist dann fest genug gebunden, wenn Sie nicht das Gefühl haben, dass Sie Ihr Baby noch festhalten müssen.

Bei aufrechten Trageweisen soll Ihr Baby so hoch gebunden werden, dass Sie ihm, wenn Sie Ihren Kopf etwas senken, problemlos ein Küsschen auf den Kopf geben können (Kopfkusshöhe).

 

 

Ab wann kann man ein Baby aufrecht im Tuch tragen?

Ab dem ersten Lebenstag - sofern ein paar Dinge berücksichtigt werden. Es soll eine Bindetechnik verwendet werden, die direkt am Kind festgezogen wird, um das optimale Stützen des Kindes zu sichern. Dies ist z.B. bei der Kängurutrage oder der Wickelkreuztrage der Fall. Bindetechniken, die vorgebunden werden, sollten erst angewendet werden, wenn das Baby sein Köpfchen selbst sicher halten kann. Von Bindeweisen, in denen das Baby liegend getragen wird (Wiege), wird heute aus mehreren Gründen abgeraten.

 

 

Ab wann ist es möglich, mein Kind auf dem Rücken zu tragen?

Jedes Eltern-Kind-Paar ist unterschiedlich.

Als grobe Richtlinie gilt jedoch: Erfahrene Trageeltern können Ihr Baby im Tuch ab Geburt auf dem Rücken tragen, unerfahrenen Trageeltern empfehle ich das Rückentragen ab ausgereifter Kopfkontrolle mit ca. 3 - 4 Monaten. Mit einer Tragehilfe kann man ab ausgereifter Kopfkontrolle am Rücken tragen.

 

 

Was macht eine gute Tragehilfe aus?

  • verstellbare Stegbreite, idealerweise stufenlos
  • Rückepaneel aus Tragetuchstoff
  • Option auf Befestigung der Schultergurte am Hüftgurt empfehlenswert
    (bei Fullbuckles)
  • Kopfstütze
  • Schadstofffreiheit

 

 

Mein Baby weint, wenn ich es in's Tragetuch binden möchte. Was mache ich falsch?

Gerade zu Beginn, wenn das Binden für Sie noch neu ist, nimmt das Kind oft Unruhe und Anspannung wahr. Hier ein paar praktische Tipps:

  • Üben Sie in einer entspannten Situation. Ihr Baby sollte ausgeschlafen, satt und trocken sein. Sie sollten ebenfalls entspannt sein. Starten Sie mit Ihren Versuchen nicht erst in einer Stresssituation (etwa auf dem Weg zum Kinderarzt) oder wenn Ihr Baby bereits weint.
  • Sinnvoll ist auch, vor den Versuchen mit Ihrem Kind Trockenübungen mit einer Puppe o.ä. zu unternehmen. So wird die Geduld Ihres Kindes nicht überstrapaziert.
  • Wenn Ihr Baby trotzdem zu weinen beginnt, dann geben Sie dennoch nicht gleich auf. Binden Sie Ihr Tuch fertig und geben Sie Ihrem Kind Zeit, sich zu beruhigen. Wenn Sie in Bewegung bleiben, etwa indem Sie mit Ihrem Baby tanzen oder eine Runde um den Block gehen, wird sich Ihr Kind sehr wahrscheinlich in kürzester Zeit beruhigen.
  • Vergessen Sie nicht mit Ihrem Kind zu sprechen. Ihr Baby weiß sonst nicht, was mit ihm geschieht. Erklären Sie ihm, dass Sie etwas ausprobieren wollen, selbst noch unsicher sind und das Baby um Geduld bitten.
  • Kopf hoch, nach ein paar Testläufen und Versuchen wird es mit jedem Mal einfacher und schneller gehen. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen!

 

 

Das Tragen verursacht Rücken- und Schulterschmerzen. Was mache ich falsch?

Möglicherweise ist das Tuch nicht straff genug gebunden. Eventuell könnte die Bindetechnik auch für Alter und Gewicht Ihres Kindes ungeeignet sein. Schwerere Kinder auf dem Rücken zu tragen entlastet den eigenen Körper ungemein. Möglicherweise ist auch die Tragehilfe für Sie als Tragepaar ungeeignet. In einer Tragebreatung können Sie die für Sie angenehmste Trageweise (Bauch, Hüfte Rücken; Tuch oder eine der vielen Tragehilfen) finden.

 

 

Wie soll ich mein Kind beim Tragen kleiden?

Generell wird unter der Kleidung getragen. Das bedeutet, das Kind so nahe wie möglich direkt am Körper zu tragen. Dadurch funktioniert der Wärmeaustausch besser. Meist reicht es, wenn Sie Ihrem Baby gleich viel anziehen, wie sich selbst.

Sie sollten darauf achten, Ihr Kind nicht zu warm zu kleiden. Das Tragetuch entspricht einer Kleidungsschicht bei Ihrem Baby. Bei Neugeborenen sollten Köpfchen und Füßchen zusätzlich gewärmt werden, denn diese schauen aus dem Tuch heraus. Kontrollieren Sie hin und wieder am Nacken, ob Ihrem Baby zu warm oder zu kalt ist.

Denken Sie bitte an Sonnenschutz! Empfehlenswert ist eine langärmelige Schicht dünne Baumwollkleidung.

Für die kalte Jahreszeit gibt es spezielle Tragekleidung, die eigens dafür konzipiert ist, das Kind möglichst nahe am Körper zu tragen. Diese eignet sich besonders für das Tragen am Rücken. Für das Tragen vor dem Körper kann man sich auch mit einer etwas größeren Jacke bzw. einer Jackenerweiterung behelfen.

 

 

Tragekinder sind glückliche Kinder!

Wie Studien beweisen, sind sie ausgeglichener, schreien weniger und entwickeln sich emotional, intellektuell und körperlich besser als Kinder, die nicht getragen werden.

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